Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis): Das bedeutet dein Befund

Druck im Gesicht und eine verstopfte Nase sind typisch für eine Nasennebenhöhlenentzündung. Hier erfährst du, wie sie entsteht, was zwischen akut und chronisch liegt und wann du zum Arzt solltest.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Sinusitis ist eine Entzündung der Schleimhäute in den Nasennebenhöhlen.
- Typisch sind Druck im Gesicht, eine verstopfte Nase und Nasenausfluss.
- Akute Formen heilen oft von selbst, Antibiotika sind nicht immer nötig.
- Halten die Beschwerden lange an, steckt oft eine zusätzliche Ursache dahinter.
So steht es in deinem Befund
Dieses Beispiel beschreibt eine länger bestehende Entzündung mit geschwollener Schleimhaut und Sekret. Deine Befunde können anders lauten und sollten immer ärztlich erklärt werden.
Was ist eine Nasennebenhöhlenentzündung?
Die Nasennebenhöhlen sind luftgefüllte Hohlräume im Schädel, die mit der Nase verbunden sind. Diese Hohlräume liegen hinter der Stirn, den Wangen und zwischen den Augen. Normalerweise wird der Schleim aus diesen Höhlen über kleine Öffnungen in die Nase abtransportiert. Bei einer Nasennebenhöhlenentzündung, medizinisch Sinusitis, sind die Schleimhäute in diesen Höhlen entzündet und geschwollen.
Durch die Schwellung können die Abflusswege verstopfen. Der Schleim staut sich, und es entsteht ein Druckgefühl im Gesicht. Meist ist auch die Nase selbst mitbetroffen, weshalb Fachleute oft von einer Rhinosinusitis sprechen. Die Entzündung ist sehr verbreitet und verläuft in vielen Fällen harmlos.
Fast jeder Mensch hat schon einmal eine leichte Form erlebt, oft im Rahmen einer Erkältung. Das ist beruhigend, denn die meisten Verläufe bessern sich von selbst. Wichtig ist vor allem, den Schleim gut abfließen zu lassen und die Schleimhäute nicht zusätzlich zu reizen.
So steht es in deinem Befund
In deinem Befund findest du die Nasennebenhöhlenentzündung als Sinusitis oder Rhinosinusitis, häufig mit dem Code J32.9. Dieser Code steht für die chronische, also länger anhaltende oder wiederkehrende Form. Für eine akute, plötzlich auftretende Entzündung werden andere Codes verwendet.
Zusätze benennen oft die betroffene Höhle, etwa eine Sinusitis maxillaris in der Kieferhöhle oder eine Sinusitis frontalis in der Stirnhöhle. Begriffe aus der Bildgebung wie Verschattung beschreiben Bereiche, in denen sich Schleim angesammelt hat. Lass dir unklare Begriffe in Ruhe erklären.
Manchmal wurde der Befund im Rahmen einer Computertomografie erstellt, etwa vor einem geplanten Eingriff. Nicht jede sichtbare Veränderung bedeutet, dass du gerade akut krank bist. Entscheidend ist immer das Gesamtbild aus Beschwerden und Untersuchung, nicht ein einzelner Begriff.
Akut oder chronisch, wo liegt der Unterschied
Von einer akuten Sinusitis spricht man, wenn die Beschwerden plötzlich auftreten und nach einigen Wochen wieder abklingen. Eine akute Sinusitis entwickelt sich häufig aus einer normalen Erkältung. Bleiben die Beschwerden über viele Wochen bestehen oder kehren sie immer wieder, spricht man von einer chronischen Sinusitis.
Die chronische Form kann den Alltag über lange Zeit belasten. Oft stecken zusätzliche Faktoren dahinter, etwa eine verkrümmte Nasenscheidewand, Polypen oder Allergien. Deshalb wird bei anhaltenden Beschwerden genauer nach der Ursache gesucht.
Typische Beschwerden
Die Beschwerden entstehen durch die Schwellung und den gestauten Schleim. Die Beschwerden können je nach betroffener Höhle an unterschiedlichen Stellen im Gesicht auftreten.
- Druck oder Schmerz im Bereich von Stirn, Wangen oder Augen
- eine verstopfte Nase und behinderte Nasenatmung
- gelblicher oder grünlicher Nasenausfluss
- ein vermindertes Geruchs- und Geschmacksempfinden
- Kopfschmerzen, die sich beim Bücken verstärken
Typisch ist, dass sich der Druck verstärkt, wenn du dich nach vorn beugst. Bei der akuten Form kann auch Fieber dazukommen.
Bei einer chronischen Sinusitis stehen oft die verstopfte Nase und der eingeschränkte Geruchssinn im Vordergrund, während starke Schmerzen fehlen können. Viele Betroffene fühlen sich über lange Zeit abgeschlagen. Solche anhaltenden Beschwerden verdienen eine ruhige, gründliche Abklärung.
Wie es dazu kommt
Am häufigsten entsteht eine akute Sinusitis im Rahmen einer Erkältung, wenn Viren die Schleimhäute reizen und anschwellen lassen. Manchmal siedeln sich zusätzlich Bakterien an. Alles, was den Abfluss aus den Höhlen behindert, kann eine Entzündung begünstigen.
Dazu zählen anatomische Besonderheiten wie eine verkrümmte Nasenscheidewand, Nasenpolypen, Allergien und trockene oder gereizte Luft. Auch Zahnwurzeln im Oberkiefer können in seltenen Fällen mit einer Entzündung der Kieferhöhle zusammenhängen.
Was du selbst tun kannst
Bei einer leichten Nasennebenhöhlenentzündung kannst du selbst viel tun, um den Abfluss zu fördern und die Schleimhäute zu beruhigen.
- Spüle deine Nase mehrmals täglich mit einer Salzlösung.
- Sorge für ausreichend Luftfeuchtigkeit und trink genug.
- Inhaliere mit warmem Wasserdampf, wenn dir das guttut.
- Meide Zigarettenrauch und andere reizende Stoffe.
Abschwellende Nasensprays können kurzfristig Erleichterung bringen, sollten aber nur über wenige Tage verwendet werden, da sie sonst die Schleimhaut schädigen können. Frag in der Apotheke oder Praxis nach der richtigen Anwendung.
Auch warme Auflagen auf dem Gesicht empfinden manche Menschen als angenehm. Achte auf ausreichend Schlaf, denn Erholung unterstützt dein Abwehrsystem. Wenn trockene Heizungsluft die Beschwerden verstärkt, kann eine bewusste Befeuchtung der Raumluft guttun.
Wie behandelt wird
Viele akute Entzündungen heilen von selbst, oft reicht eine Behandlung der Beschwerden. Antibiotika sind nicht immer nötig, da häufig Viren die Ursache sind. Bei anhaltenden oder schweren Verläufen kann deine Ärztin oder dein Arzt weitere Mittel einsetzen.
Bei der chronischen Form geht es vor allem darum, die Ursache zu behandeln, etwa Allergien oder anatomische Engstellen. In manchen Fällen kann ein kleiner Eingriff sinnvoll sein, um den Abfluss dauerhaft zu verbessern.
Ein solcher Eingriff wird immer sorgfältig abgewogen und ist längst nicht bei jedem nötig. Oft lassen sich die Beschwerden bereits mit Spülungen, der Behandlung von Allergien und etwas Geduld deutlich bessern. Deine Ärztin oder dein Arzt bespricht mit dir, welcher Weg sinnvoll ist.
Wann zum Arzt
Vereinbare einen Termin, wenn die Beschwerden nicht besser werden, nach anfänglicher Besserung wieder aufflammen oder immer wiederkehren. Auch starke Gesichtsschmerzen und hohes Fieber sind ein Grund für eine ärztliche Abklärung.
Such sofort ärztliche Hilfe, wenn eine Schwellung oder Rötung rund um ein Auge auftritt, du Sehstörungen bekommst oder starke Kopfschmerzen mit Nackensteife oder ausgeprägte Benommenheit hinzukommen. Solche Zeichen sind selten, müssen aber rasch abgeklärt werden.
Wichtiger Hinweis: Dieser Ratgeber dient deiner allgemeinen Information und ersetzt kein ärztliches Gespräch. Er stellt keine Diagnose und gibt keine Behandlungsempfehlung. Deine Werte und Beschwerden kann nur deine Ärztin oder dein Arzt richtig einordnen. Sprich bei Fragen oder Sorgen bitte mit einer medizinischen Fachperson.
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Brauche ich bei einer Nasennebenhöhlenentzündung Antibiotika?
Nicht immer. Viele Entzündungen werden durch Viren verursacht und heilen von selbst. Ob ein Antibiotikum sinnvoll ist, entscheidet deine Ärztin anhand deiner Beschwerden.
Wie lange dauert eine akute Sinusitis?
Oft bessern sich die Beschwerden innerhalb von etwa zwei Wochen. Halten sie deutlich länger an oder werden sie schlimmer, solltest du das abklären lassen.
Was ist der Unterschied zwischen akut und chronisch?
Akut bedeutet, dass die Beschwerden plötzlich auftreten und wieder abklingen. Chronisch heißt, dass sie über viele Wochen bestehen oder immer wiederkehren.
Sind Nasensprays hilfreich?
Abschwellende Sprays können kurzfristig helfen, sollten aber nur wenige Tage genutzt werden. Salzhaltige Sprays oder Spülungen kannst du länger anwenden.
Können Nasenpolypen dahinterstecken?
Ja, gerade bei chronischen Beschwerden. Polypen sind gutartige Schleimhautwucherungen, die den Abfluss behindern. Solche Polypen lassen sich bei einer Untersuchung feststellen.





