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Gonarthrose: Was der Befund über dein Knie bedeutet

Symbolbild

Im Befund steht Gonarthrose? Das bedeutet Arthrose im Kniegelenk. Hier erfährst du, was die einzelnen Begriffe und Schweregrade heißen und was daraus folgt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Gonarthrose ist der Fachbegriff für Arthrose im Kniegelenk, also den Verschleiß des Gelenkknorpels.
  • Im Befund zeigt sie sich über Begriffe wie Gelenkspaltverschmälerung, Osteophyten und subchondrale Sklerose.
  • Die Schweregrade nach Kellgren-Lawrence (0 bis 4) beschreiben das Röntgenbild, passen aber nicht immer zu den Beschwerden.
  • Kräftige Oberschenkelmuskeln, gelenkschonende Bewegung und ein gesundes Gewicht entlasten das Knie; die weitere Behandlung klärst du ärztlich.

So steht es in deinem Befund

Mediale Gonarthrose, Gelenkspaltverschmälerung medial, Osteophyten am Tibiaplateau, subchondrale Sklerose (Kellgren-Lawrence Grad 3).

So oder ähnlich kann ein Röntgenbefund lauten. Medial heißt innen, die Osteophyten sind Randanbauten am Schienbeinkopf. Der Grad beschreibt das Bild, nicht deine Beschwerden.

Was ist Gonarthrose?

Gonarthrose ist der medizinische Fachausdruck für eine Arthrose im Kniegelenk. Arthrose bedeutet, dass sich ein Gelenk mit der Zeit abnutzt. Der Begriff setzt sich aus dem griechischen Wort für Knie (gony) und dem Wort Arthrose für Gelenkverschleiß zusammen. Gemeint ist also ein Verschleiß, der sich gezielt am Knie abspielt.

Im Mittelpunkt steht der Gelenkknorpel. Das ist eine glatte, elastische Schicht, die die Knochenenden im Gelenk überzieht. Der Knorpel wirkt wie ein Puffer und eine Gleitfläche zugleich, damit sich Ober- und Unterschenkel beim Beugen und Strecken reibungsarm bewegen. Bei einer Gonarthrose wird dieser Knorpel nach und nach dünner und rauer. Wenn er sich über die Jahre stark abbaut, verliert das Knie seinen Puffer, und im fortgeschrittenen Stadium reibt Knochen direkt auf Knochen.

Das Kniegelenk besteht aus mehreren Bereichen, die Fachleute Kompartimente nennen: dem inneren Anteil, dem äußeren Anteil und dem Bereich hinter der Kniescheibe. Eine Gonarthrose kann nur einen dieser Bereiche betreffen oder mehrere zugleich. Deshalb steht im Befund oft genau, wo der Verschleiß sitzt. Arthrose im Knie ist häufig und nimmt mit dem Alter zu, kann aber auch früher auftreten, etwa nach Verletzungen, bei Fehlstellungen der Beinachse oder bei dauerhafter Überlastung. Das Knie zählt zu den Gelenken, die besonders oft betroffen sind, weil es bei jedem Schritt viel Last aufnimmt.

So steht es in deinem Befund

Ein Knie wird meist mit Röntgen untersucht, manchmal zusätzlich mit einer Kernspintomografie (MRT). Eine MRT kann den Knorpel und Weichteile wie Menisken und Bänder direkt darstellen und kommt zum Einsatz, wenn zusätzliche Fragen offen sind. Der Knorpel selbst ist im Röntgenbild nicht direkt zu sehen. Fachleute schließen aber aus dem Abstand zwischen den Knochen auf seine Dicke. Deshalb tauchen im Befund typische Begriffe auf:

  • Gelenkspaltverschmälerung: Der sichtbare Spalt zwischen Oberschenkel- und Schienbeinknochen ist schmaler geworden. Das gilt als indirektes Zeichen dafür, dass der Knorpel dünner ist. Der Zusatz medial bedeutet innen, lateral bedeutet außen, retropatellar bedeutet hinter der Kniescheibe.
  • Osteophyten: knöcherne Anbauten am Rand des Gelenks, auch Randzacken oder Randanbauten genannt. Sie entstehen, wenn der Körper auf die veränderte Belastung reagiert.
  • Subchondrale Sklerose: eine Verdichtung des Knochens direkt unter dem Knorpel. Im Bild erscheint dieser Bereich heller, weil der Knochen dort dichter geworden ist.
  • Subchondrale Zysten: kleine Hohlräume im Knochen unter der Gelenkfläche, die manchmal zusätzlich beschrieben werden.

Oft wird zusätzlich benannt, welcher Teil des Knies betroffen ist, etwa am Schienbeinkopf (Tibiaplateau) oder hinter der Kniescheibe. So ergibt sich ein Bild davon, wo und wie stark der Verschleiß ausgeprägt ist.

Was die Schweregrade und Kompartimente bedeuten

Um die Ausprägung im Röntgen einzuordnen, nutzen viele Ärztinnen und Ärzte die Einteilung nach Kellgren und Lawrence. Sie reicht von Grad 0 bis Grad 4 und beschreibt, wie deutlich die Veränderungen im Bild sind:

  • Grad 0: keine sichtbaren Zeichen einer Arthrose.
  • Grad 1: fragliche Veränderungen, allenfalls kleine Osteophyten.
  • Grad 2: leichte Arthrose mit deutlichen Osteophyten, der Gelenkspalt ist noch weitgehend erhalten.
  • Grad 3: mäßige Arthrose mit erkennbarer Gelenkspaltverschmälerung und beginnender Sklerose.
  • Grad 4: ausgeprägte Arthrose mit stark verschmälertem Spalt, bei der sich Knochen und Knochen sehr nahe kommen.

Dazu kommt die Angabe des Kompartiments. Am häufigsten ist der innere (mediale) Bereich betroffen, seltener der äußere (laterale). Sitzt der Verschleiß hinter der Kniescheibe, spricht man von einer retropatellaren oder femoropatellaren Arthrose.

Wichtig ist ein Punkt, der viele überrascht: Der Grad im Röntgenbild passt nicht immer zu den Beschwerden. Manche Menschen haben einen hohen Grad und kaum Schmerzen, andere spüren bei einem niedrigen Grad deutliche Probleme. Das Bild ist also nur ein Baustein. Wie es dir tatsächlich geht, lässt sich nur zusammen mit deiner Schilderung und der körperlichen Untersuchung beurteilen.

Welche Beschwerden dazu passen

Zu einer Gonarthrose passen bestimmte typische Beschwerden. Sie beweisen für sich genommen nichts, denn nur eine ärztliche Untersuchung kann sie einordnen. Häufig beschrieben werden:

  • Anlaufschmerz: Die ersten Schritte nach dem Sitzen oder am Morgen tun weh, danach wird es lockerer.
  • Belastungsschmerz, besonders beim Treppabgehen, beim Bergabgehen oder nach längerem Stehen.
  • Schwellung des Knies, manchmal mit einem Gefühl von Spannung.
  • Steifigkeit, vor allem nach Ruhephasen, die sich bei Bewegung wieder gibt.
  • Nachlassende Beweglichkeit, etwa wenn sich das Knie nicht mehr ganz strecken oder beugen lässt.

Diese Beschwerden können schwanken. Es gibt Phasen mit mehr und Phasen mit weniger Schmerzen. Ein plötzlich stärker gereiztes Knie muss nicht bedeuten, dass der Verschleiß rasch fortgeschritten ist.

Wann ärztlicher Rat wichtig ist

Der Befund allein sagt nicht, was zu tun ist. Diese Einordnung gehört in ärztliche Hände, vor allem dann, wenn dich die Beschwerden im Alltag einschränken oder verunsichern. Besonders zeitnah solltest du dich vorstellen, wenn das Knie stark anschwillt, deutlich überwärmt oder gerötet ist, wenn es sich blockiert oder unsicher anfühlt und wegzuknicken droht, wenn du Fieber bekommst oder die Schmerzen auch in Ruhe und nachts anhalten. So lässt sich klären, ob hinter den Beschwerden mehr steckt als der reine Verschleiß und welche Behandlung zu dir passt.

Was du selbst tun kannst

Bei einer Gonarthrose hast du selbst einigen Einfluss, auch wenn sich abgenutzter Knorpel nicht einfach zurückbilden lässt. Als hilfreich gilt vor allem, die Muskulatur rund um das Knie zu stärken, besonders die Oberschenkelmuskeln. Eine kräftige Muskulatur stützt das Gelenk und nimmt ihm Last ab. Gut geeignet ist Bewegung, die das Knie wenig stößt, zum Beispiel Radfahren, Schwimmen oder Wassergymnastik. Wenn du Übergewicht hast, entlastet schon eine moderate Gewichtsabnahme das Knie bei jedem Schritt. Hilfreich ist außerdem, Bewegung fest in den Alltag einzubauen, etwa kurze Wege zu Fuß oder mit dem Rad, statt das Knie ganz zu schonen.

Eine Physiotherapie kann dir zeigen, wie du gezielt kräftigst, die Beweglichkeit erhältst und das Knie im Alltag schonend belastest. Wie deine weitere Behandlung aussieht und welche Hilfsmittel, Anwendungen oder Medikamente infrage kommen, besprichst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Sie richten sich nach deinen Beschwerden, nicht allein nach dem Röntgengrad.

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Häufige Fragen

Bedeutet Gonarthrose, dass ich bald ein künstliches Kniegelenk brauche?

Nein. Eine Gonarthrose im Befund heißt zunächst nur, dass Verschleißzeichen sichtbar sind. Viele Menschen kommen über Jahre gut ohne Operation zurecht. Ob und wann weitere Schritte sinnvoll sind, richtet sich nach deinen Beschwerden und deinem Alltag, nicht allein nach dem Röntgenbild. Das besprichst du ärztlich.

Kann sich der Knorpel wieder aufbauen?

Abgenutzter Gelenkknorpel bildet sich nicht einfach von selbst nach. Das heißt aber nicht, dass du machtlos bist. Kräftige Muskeln, gelenkschonende Bewegung und ein gesundes Gewicht können das Knie entlasten und Beschwerden lindern. Wie sich deine Situation entwickelt, ist individuell.

Warum habe ich starke Schmerzen, obwohl der Grad niedrig ist (oder umgekehrt)?

Das kommt häufig vor. Das Röntgenbild und das Schmerzempfinden hängen nur locker zusammen. Entzündung, Muskelkraft, Belastung und weitere Faktoren spielen mit hinein. Deshalb beurteilen Ärztinnen und Ärzte immer das Gesamtbild aus Befund, deiner Schilderung und der Untersuchung.

Darf ich mit Gonarthrose Sport machen?

Bewegung ist bei Arthrose grundsätzlich wichtig, weil sie Muskeln kräftigt und das Gelenk ernährt. Gut geeignet sind Sportarten mit wenig Stoß wie Radfahren oder Schwimmen. Welche Belastung für dein Knie passt, klärst du am besten in der Physiotherapie oder ärztlich.

Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU): Leitlinie Gonarthrose
  2. IQWiG, gesundheitsinformation.de: Kniearthrose (Gonarthrose)
Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und dem besseren Verständnis medizinischer Begriffe. Er ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Fragen wende dich bitte an deine Ärztin, deinen Arzt oder eine Apotheke.